Zitierstile (3): Der APA-Stil

Das Wichtigste in Kürze

Der APA-Zitierstil wurde speziell für Texte aus der Psychologie und den Sozialwissenschaften konzipiert. Heute wird er auch in den Natur- oder Geisteswissenschaften häufig angewandt. Die Quellenbelege stehen in Klammern direkt im Text, und zwar in der Form Autor Jahr (zum Beispiel Dreyer, 2015, S. 20 oder Troll & Urban, 2018, S. 12–15). Fußnoten sind möglich, um darin ergänzende Hinweise unterzubringen.

Entstehung

Der APA-Zitierstil wurde von der American Psychological Association (APA) entwickelt, einem Fachverband für Psychologie und zugleich einer wissenschaftlichen Gesellschaft mit Sitz in Washington, D.C. Die Richtlinien sind im Publication Manual of the American Psychological Association niedergelegt (vgl. https://apastyle.apa.org/). Sie wurden von der APA speziell für Texte aus der Psychologie und den Sozialwissenschaften konzipiert.

Das Manual wurde erstmals 1929 als Siebenseiter publiziert. Die aktuelle Version, die 7. Auflage vom Dezember 2019, ist auf 326 Seiten angewachsen. Sie beschreibt alles, was beim Verfassen wissenschaftlicher Texte zu beachten ist, und gibt beispielsweise Hinweise zu Scholarly Writing and Publishing Principles (Kapitel 1), Paper Elements and Format (Kapitel 2), Writing Style and Grammar (Kapitel 4) oder Bias-Free Language Guidelines (Kapitel 5).

Das APA Manual ist somit weitaus mehr als nur eine Anleitung zum richtigen Zitieren. Wenn Sie den Hinweis erhalten, Sie sollten sich beim Verfassen Ihrer Abschlussarbeit nach dem APA-Stil richten, bezieht sich dies vermutlich nur auf die Zitierweise und damit auf Ausschnitte aus dem gesamten Regelwerk – denn die Hinweise zur Manuskriptgestaltung sind teilweise eher ungewöhnlich und werden daher nur selten in der Praxis angewandt: So soll ein Manuskript zum Beispiel zweizeilig geschrieben werden (ebenso die Fußnoten und das Literaturverzeichnis), und die Tabellen sollten nicht direkt im Text stehen, sondern im Anhang. Das mag von einigen psychologischen Fakultäten gewünscht sein, ist aber sonst für Bachelor- und Masterarbeiten weder üblich noch praktikabel. Wir bei CONTEXTA haben noch nie eine Arbeit zum Lektorat erhalten, die zu 100 Prozent nach dem APA-Stil verfasst war. Deshalb beschreibe ich im Folgenden nur das, was das APA Manual zur Zitierweise ausführt.

Quellen

Originale Quelle: American Psychological Association (2020): Publication Manual of the American Psychological Association. 7. Auflage. Washington, D.C.

Empfehlenswerte deutschsprachige Quellen (Auswahl)

Nach welcher Quelle sollten Sie sich richten?

Das gedruckte APA Manual ist wie erwähnt recht umfangreich und nur ein kleiner Teil davon widmet sich dem Zitieren. Die wichtigsten Informationen zum Zitieren sind online verfügbar:

  • Einen guten Überblick finden Sie in dem Quick Reference Guide, der von der American Psychological Association herausgegeben wurde.
  • Auch zahlreiche Beispiele, wie verschiedene Publikationsformen zitiert werden sollen, sind ebenfalls auf einer Seite der APA übersichtlich zusammengestellt.
  • Wenn Sie mit der 6. Auflage des APA-Stils bereits vertraut sind und sich nur über die Neuerungen der 7. Auflage informieren möchten, werden Sie hier fündig.

Um nach dem APA-Stil zu zitieren, brauchen Sie sich also nicht die gedruckte Version des APA Manual zu kaufen, um an die benötigten Informationen zu gelangen. Das war früher durchaus anders. Ich erinnere mich an eine Studentin, die mich vor vielen Jahren bat, im Rahmen des Lektorats ihrer Diplomarbeit auch zu prüfen, ob sie den APA-Stil einheitlich angewendet hat. Zu diesem Zweck wollte sie mir das APA Manual, das sie sich habe kaufen müssen, mit der Post schicken (die Aussicht, während des Lektorats ständig in einem dicken Wälzer blättern zu müssen, war wenig erfreulich … Zum Glück schlug sie mir dann vor, die wichtigsten Seiten einzuscannen und mir per Mail zu schicken).

Sie können natürlich auch eine der deutschsprachigen Adaptionen des APA-Stils verwenden (siehe oben). Diese orientieren sich jedoch bislang noch an der 6. Auflage. Es wird aber nur eine Frage der Zeit sein, bis es auch deutsche Adaptionen der 7. Auflage des APA-Stils gibt. Viele Studierende richten sich nach einer deutschsprachigen Richtlinie zum APA-Zitierstil, wie wir erfahren – das ist meines Erachtens auch sinnvoll. Denn die im APA Manual aufgeführten Schreibweisen sind stark von den angelsächsischen Regeln und Konventionen geprägt, was Schreibweisen und Zeichensetzung angeht. Daher besteht bei der Anwendung bzw. Übertragung auf deutsche Texte mit deutschen Quellen immer ein gewisser Interpretationsspielraum: Soll im Literaturverzeichnis vor „&“, das vor dem letzten Autornamen steht, ein Komma gesetzt werden, was im Englischen üblich ist, im Deutschen aber nicht? Oder soll vor Seitenzahlen nach wie vor „p.“ oder „pp.“ stehen oder „S.“ – oder Letzteres nur bei deutschsprachigen Quellen? Hier gibt es kein Richtig und Falsch. Die Entscheidung den Studierenden selbst zu überlassen hätte eine Vielfalt an Schreibweisen an einem Fachbereich zur Folge, was nicht im Sinne der Prüfer und Prüferinnen sein kann.

Eine Vielfalt an Auslegungen des APA-Stils gibt es jetzt schon. Das zeigt sich bei einem Blick auf die deutschsprachigen Adaptionen: Sie weichen mal mehr, mal weniger stark von den Vorgaben des amerikanischen Originals ab. Das ist zum Teil bedingt durch den Interpretationsspielraum bei der Übertragung auf deutsche Gepflogenheiten, erscheint zum Teil aber auch willkürlich. Zwei Beispiele:

  • Nach dem APA-Stil werden die Vornamen im Literaturverzeichnis abgekürzt. Einige deutsche Adaptionen des APA-Stils schreiben die Vornamen hingegen aus.
  • Laut aktueller Auflage des APA-Stils wird bei Internetquellen kein Abrufdatum angegeben; nach einigen deutschen Richtlinien wird dieses aber in eckige Klammern hinter die URL gesetzt.

Es gibt also weder den deutschen APA-Stil noch die eine deutschsprachige Richtlinie, die als Referenz dienen kann. Die Vorgaben des APA Manuals werden immer etwas anders interpretiert. Teilweise halte ich dies für sinnvoll, um eher ungewöhnliche Vorgaben des Originals behutsam zu ändern. Richten Sie sich also nach den Vorgaben Ihrer Hochschule oder Universität, Ihres Fachbereichs oder nach einer der folgenden Quellen. Dann sind Sie auf der sicheren Seite.

Konkrete Beispiele

Bei den folgenden Beispielen habe ich mich nach den Beispielen der American Psychological Association zum APA-Stil (7. Auflage) gerichtet, so wie sie in den Reference Examples dargestellt sind.

Für die folgenden Ausführungen habe ich statt der englischen die deutschen Bezeichnungen verwendet und mich nach den deutschen Schreib- und Interpunktionsregeln gerichtet: p. (page) oder pp. (pages) wird zu S. (Seite); ed. wird zu Hrsg.; vor & steht kein Komma; ein Datum wird nicht in der Form 2019, Juli 29, sondern in der Form 29.07.2019 geschrieben.

a) Monografie

Schreibweise bei Erst- und Folgenennung im Text:

(Dreyer, 2015, S. 20)

Schreibweise im Literaturverzeichnis:

Dreyer, D. (2015). Pudel in Kitas – Möglichkeiten und Grenzen der tiergestützten Pädagogik. dtv.

Ab der 7. Auflage des APA-Stils wird der Erscheinungsort nicht mehr angegeben, sondern nur noch der Verlag. Diese Vorgabe gibt es so (bislang) in keinem anderen Zitierstil.

b) Artikel mit zwei Autorinnen in einem Sammelband

Schreibweise bei Erst- und Folgenennung im Text:

(Olbrecht & Preil, 2018, S. 26)

Schreibweise im Literaturverzeichnis:

Olbrecht, O. & Preil, P. (2018). Therapiehunde gestern und heute. In R. Rosner (Hrsg.), Tiergestützte Pädagogik im Spiegel der Zeit (S. 20–30). Ontario Verlag.

c) Zeitschriftenartikel mit drei Autoren

Schreibweise bei Erst- und Folgenennung im Text:

(Schulze et al. 2018, S. 12–15)

Bis zur 6. Auflage mussten bei der ersten Nennung einer Quelle mit zwei bis fünf Autoren alle Namen genannt werden; ab der 7. Auflage reicht durchweg die Angabe „et al.“.

Schreibweise im Literaturverzeichnis:

Schulze, S., Troll, T. & Urban, U. (2018). Tiergestützte Therapie bei Kindern mit ADHS. Tierpädagogik heute, 2, 10–20. https://doi.org/12.345/6789

Nach dem APA Manual sollte bei Zeitschriftenartikeln auch der DOI (Digital Object Identifier) angegeben werden, sofern vorhanden, damit der Artikel online besser gefunden werden kann, alternativ die URL.

d) Internetquelle ohne Jahr

Schreibweise bei Erst- und Folgenennung im Text:

(Altenberg, o. J.)

Schreibweise im Literaturverzeichnis:

Altenberg, A. (o. J.). Therapiearbeit einmal anders. Fachverband Tiertherapie (Hrsg.): Alternative Pädagogik. Abgerufen von www.ftt.de/altenberg/

Nach der aktuellen Auflage des APA Manuals muss bei Internetquellen kein Abrufdatum angegeben werden. Einige deutsche APA-Adaptionen fordern dies hingegen – was meines Erachtens auch sinnvoll ist. Denn Internetquellen sind oft zeitlich begrenzt verfügbar. Die Angabe des Abrufdatums trägt dem Rechnung: Damit wird versichert, dass die Quelle zu einem bestimmten Zeitpunkt existiert hat.

Resümee: Was spricht für, was gegen den APA-Stil?

Mein erster Kontakt mit dem APA-Stil ist viele Jahre her – und war holprig. Von einigen Vorgaben war ich irritiert, zum Beispiel: Warum steht im Literaturverzeichnis „S.“ nur bei Seitenzahlen von Beiträgen in Sammelbänden, nicht aber bei Seitenzahlen von Zeitschriftenartikeln? Und warum stehen die Seitenzahlen bei Sammelbänden in Klammern, bei Zeitschriftenartikeln aber nicht? Das war für mich schwer nachvollziehbar – und dieser Zitierstil daher intuitiv schwer umsetzbar.

Das sind Kinderkrankheiten eines innovativen, aber noch nicht ganz ausgereiften Zitierstils, dachte ich damals. Doch heute stehen diese Vorgaben immer noch im APA Manual und in den deutschsprachigen Adaptionen. Die Anwendung des APA-Stils kann ich daher nicht uneingeschränkt empfehlen. Wenn Sie aber keine Wahl haben, hilft nur ein genauer Blick – oder besser mehrere – in die Vorgaben, um sich mit diesen vertraut zu machen.

Vorteilhaft ist es meines Erachtens, eine deutsche Richtlinie für das Zitieren im APA-Stil zu wählen. Denn dort finden Sie vermutlich auch Hinweise, die im APA Manual etwas versteckt sind: zum Beispiel zu der Frage, ob Sie beim erneuten Zitieren aus derselben Quelle „ebd.“ (bzw. „ibid.“) schreiben dürfen oder erneut den Kurztitel angeben müssen (Antwort: Laut APA-Stil ist kein ebd. bzw. ibid. vorgesehen, Quelle) oder ob Sie bei indirekten Zitaten dem Quellenbeleg ein „vgl.“ voranstellen müssen (Antwort: Laut APA-Stil wird dann kein „vgl.“ bzw. „cf.“ verwendet – wohl aber, wenn Sie auf andere Studien verweisen, Quelle).

Wenn Sie eine deutschsprachige Richtlinie gefunden haben, nach der Sie sich richten möchten (oder dies tun müssen), sollten Sie dies auch konsequent umsetzen. Das gilt auch für Abweichungen vom US-amerikanischen Original – diese halte ich zum großen Teil sowieso für sinnvoll, zum Beispiel dass bei Internetquellen das Abrufdatum angegeben wird oder dass Vornamen im Literaturverzeichnis ausgeschrieben werden.

Wenn Sie aber bei der Wahl eines Zitierstils freie Hand haben, empfehle ich Ihnen zu prüfen, ob es nicht auch ein anderer Zitierstil tut – zum Beispiel die meines Erachtens weitaus leichter umsetzbare Harvard-Zitierweise (hier finden Sie dazu nähere Informationen).

Beispiel für die Anwendung des APA-Stils im Text und im Literaturverzeichnis

Haben Sie für Ihre Bachelor- oder Masterarbeit den APA-Stil als Zitierweise verwendet? Wir prüfen gern, ob er konsequent angewandt wurde und alle Details stimmen.

© Dr. Anette Nagel. Artikel erschienen im März 2020.

Zitierstile (3): Der APA-Stil