Petra Oerke auf XING

Wie wird ein XING-Profil gefüllt?

Ein XING-Profil ist Ihre Visitenkarte im Netz, Sie zeigen – Ihren Kontakten oder allen Interessierten – Ihre fachlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen. Spannend wird dies besonders dann, wenn Sie sich beruflich verändern wollen. Dieser Beitrag beschäftigt sich damit, wie Sie Ihr XING-Profil füllen, damit es Ihre Kernkompetenzen als Fach- oder Führungskraft authentisch und überzeugend darstellt.

Stellenverantwortliche, Vorgesetzte, Kollegen und Geschäftspartner googeln Sie. Daher ist es für Sie vorteilhaft, wenn dabei an erster Stelle ein von Ihnen professionell gestaltetes und aktuelles Profil erscheint. Außerdem verstärkt die Wiederholung wichtiger Aussagen – in den Bewerbungsunterlagen, im XING-Profil, im Vorstellungsgespräch – deren Überzeugungskraft.

XING ist in Deutschland eines der wichtigsten Karriereportale (neben LinkedIn und experteer). Großer Vorteil ist, dass es sowohl als soziales Netzwerk als auch als Jobbörse fungiert. Was Sie bei XING öffentlich machen und ob Sie sich als stellensuchend darstellen, bleibt ganz Ihnen überlassen. Wenn Sie sich jedoch für ein XING-Profil entscheiden, dann sollte es in sich stimmig und vollständig sein.

Die Elemente eines XING-Profils sind: Foto, Berufsbezeichnung und Profilspruch sowie Rubriken zu „Ich biete“ und „Ich suche“, „Berufserfahrung“ und „Ausbildung“ sowie zu weiteren Informationen (dazu unten mehr). Wie diese gefüllt werden, wird im Folgenden erläutert:

Als Erstes fällt bei jedem Profil das Foto in den Blick. Das Foto sollte Sie so zeigen, wie Sie von Ihrem (zukünftigen) beruflichen Umfeld gesehen werden wollen. Möglicherweise haben Sie ein aktuelles Bewerbungsfoto, das Sie nutzen können, oder der Arbeitgeber ermöglicht Ihnen die Verwendung Ihres Fotos von der Unternehmenswebsite. Auch beim Foto ist der Wiedererkennungswert hoch einzuschätzen, also ruhig ein geeignetes Foto in mehreren Medien verwenden.

Neben dem Foto steht Ihr Name und die Berufsbezeichnung und ggf. der aktuelle Arbeitgeber. Als Berufsbezeichnung wird die derzeitige Tätigkeit angegeben, wobei Sie einen gewissen Spielraum haben, da für viele Tätigkeiten synonyme, vor allem englische Bezeichnungen existieren: Beraterin/Consultant, Kundenbetreuer/(Key) Account Manager, Geschäftsführer/CEO. Sind Sie zurzeit auf Stellensuche oder in einer Übergangsbeschäftigung, können Sie auch eine andere Tätigkeit anzeigen lassen, indem Sie bei einer früheren Position das Häkchen bei „Diese Tätigkeit unter meinem Namen anzeigen“ setzen.

Dann haben Sie die Möglichkeit, einen Profilspruch einzustellen. Das kann ein berufliches Motto sein oder Sie zitieren eine bekannte Persönlichkeit. Auf jeden Fall sollte der Spruch zu Ihnen passen und in etwa zusammenfassen, woran Sie sich orientieren oder was Ihnen beruflich wichtig ist. Das Motto auf meinem Profil bei XING ist zum Beispiel: „Arbeite und lebe!“ Eine andere Möglichkeit, den Profilspruch zu nutzen, ist, sich wie in einem Stellengesuch kurz vorzustellen: „Betriebswirtschaftlich denkender Verfahrenstechniker mit Erfahrung in der Anlagenautomatisierung und Mitarbeiterführung.“

Unter Ich biete werden die Kernkompetenzen (Kenntnisse, Erfahrungen und Fähigkeiten) als Schlüsselwörter, also Suchbegriffe aufgeführt. XING macht Ergänzungsvorschläge zu häufig gewählten Begriffen, Sie können sich zudem an Stellenanzeigen orientieren, die Ihrem Profil nahekommen. Die in der Branche übliche Wortwahl, das Wording! zu berücksichtigen erleichtert Headhuntern und Personalverantwortlichen die Suche nach geeigneten Kandidaten – wird etwa eher von „Consulting“ gesprochen oder von „Beratung“, dann können Sie Ihre Einträge daran ausrichten. Tipp: Weniger ist mehr! Es ist überzeugender, sich als Experte in einem Bereich zu positionieren als eine eierlegende Wollmichsau sein zu wollen.

Unter Ich suche können Sie Ihre Stellensuche entweder offensiv angehen („Ich suche eine neue Herausforderung als Projektleiter in der Automobilindustrie.“) oder, wenn Sie sich nicht als stellensuchend outen wollen, verhaltener ausdrücken („Interesse an fachlichem Austausch in der Projektleitung/-abwicklung im Bereich Automotive“).

Die Berufserfahrung wird mit den Stationen Ihres Berufswegs bestückt. Dabei können, müssen aber nicht alle Positionen aufgeführt werden. Möglicherweise reicht es aus, wenn Sie die aktuelle langjährige Tätigkeit oder auch die letzten zwei, drei Stationen aufnehmen. Bei der Auswahl sollten Sie sich davon leiten lassen, was für Ihr Umfeld oder Stellenverantwortliche wichtig sein könnte und was Sie von sich preisgeben wollen. Allerdings: Lücken werfen auch in einem XING-Profil Fragen auf. Wie Sie mit einem nicht ganz gradlinigen Berufsweg umgehen, ist eine eigene Beratung wert. Tipp: Nutzen Sie das Feld „Beschreibung Ihrer Tätigkeit“ zur Darstellung von Verantwortungsbereichen, wesentlichen Aufgaben und Schwerpunkten, um Ihr Profil weiter auszuarbeiten. Hier sollten wieder die Schlüsselwörter/Suchbegriffe (siehe oben bei „Ich biete“) auftauchen, aber eher in zusammenhängenden Formulierungen: z.B. „Beratung der Führungskräfte (Verkaufsstellenleiter, Gebietsverkaufsleiter) bei der Personalentwicklung“, oder „Weiterentwicklung der Anlagen als Projektleiter mit Verantwortung für Konzeptionierung, technische Prüfung und Steuerung der Lieferanten“.

In der Rubrik Ausbildung finden die Angaben zu Studium oder Ausbildung Platz. Lassen Sie sich nicht davon irritieren, dass XING das Feld der Ausbildungsorganisation mit „Hochschule“ bezeichnet. Hier lassen sich genauso gut eine Fachschule oder ein Ausbildungsbetrieb eintragen. In das Feld „Schwerpunkte“ können Sie neben offiziellen Schwerpunkten in Studium oder Ausbildung auch Zusatzmodule oder wichtige praktische Erfahrungen aufnehmen.

Bei den weiteren Informationen ist es ratsam, die Rubriken „Sprachen“, „Organisationen“ (Mitgliedschaften) und „Interessen“ im Sinne Ihres Profils zu nutzen. Unter „Qualifikationen“ können Zusatzqualifikationen aufgeführt werden, die noch nicht unter Ausbildung erschienen sind; und die Rubrik „Auszeichnungen“ ermöglicht es Ihnen, offizielle (XING gibt als Beispiel „Friedenspreis des Deutschen Buchhandels“ an), aber auch inoffizielle Auszeichnungen aufzunehmen („Bester Verkaufsleiter im Bereich Funsport“), wenn diese zum Beispiel nur mündlich auf einer Jahrestagung bekannt gegeben wurden. Die Rubrik „Persönliches“ wird automatisch mit Ihrem Geburtsdatum (sofern Sie dieses für die Veröffentlichung freigegeben haben) und mit dem Datum Ihrer XING-Mitgliedschaft bestückt. Übrigens: Bis auf „Persönliches“ werden Rubriken, in denen Sie keine Einträge vorgenommen haben, bei XING nicht angezeigt.

Nun haben Sie es geschafft: Die Profildetails sind aufgenommen! Sie haben Ihr XING-Profil gefüllt. Dabei haben Sie sich als Fach- oder Führungskraft ein authentisches Profil gegeben, das Ihre Kernkompetenzen abbildet.

Wenn Sie Ihr XING-Profil noch intensiver nutzen wollen, können Sie außerdem das Portfolio bestücken. Es bietet Raum für eine ausführlichere, multimediale Darstellung Ihrer Kompetenz und Persönlichkeit. Sie können Textfelder füllen, Bilder, Videos und PDFs einstellen. Was sich hier im Einzelnen eignet, hängt von Ihrer Situation und Ihren Zielen ab und muss individuell ausgewählt werden. Grundsätzlich sollten aber auch diese Beiträge auf Ihr Profil ausgerichtet sein und es untermauern. Auch hierzu berate ich Sie gern.

Tipp: Wenn Sie in den Einstellungen zur Privatsphäre die Aktivitäten freischalten (für Ihre direkten Kontakte oder alle Mitglieder), dann werden mehr Menschen auf Ihr Profil aufmerksam. Voraussetzung ist: Sie pflegen Ihr Profil, zum Beispiel das Portfolio durch das Einstellen neuer Beiträge oder die Profildetails durch eine Neugewichtung der Kompetenzen.

[11.06.2016]

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