Stellenrecherche

Lassen Sie sich finden – von der Stellenrecherche zur Stellenauswahl

Neulich beriet ich eine Kundin, die gerade ihr Masterstudium abgeschlossen hatte. Sie brachte ein paar Stellenanzeigen mit, von denen sie zwei ansprechend fand, war aber mit der Auswahl insgesamt noch nicht zufrieden. Sie meinte, es müsse mehr Optionen für sie geben, damit sie unterschiedliche Arbeitsbereiche und Unternehmen kennenlernen könne, um sich dann für die richtige Stelle zu entscheiden. Ob ich einen Tipp zur Optimierung der Stellenrecherche hätte.

Zwar ist es aus meiner Sicht fraglich, ob es „die richtige Stelle“ überhaupt gibt – jeder Arbeitsbereich und jedes Unternehmen hat Vor- und Nachteile, die gegeneinander abgewogen werden sollten. Zudem hängt es immer von den aktuellen Lebensumständen ab, welche Aspekte bei der Auswahl gerade vorrangig sind. Doch fand ich die offene Herangehensweise meiner Kundin spannend und wollte sie bestmöglich unterstützen.

Zunächst kann es sinnvoll sein, sich drei Monate vor Ende des Studiums – oder bei einem absehbaren Vertragsende – arbeitssuchend bzw. arbeitslos zu melden. Zwar besteht bei meiner Kundin als Absolventin kein Anspruch auf Arbeitslosengeld (allenfalls auf Arbeitslosengeld II), doch verschickt die Agentur für Arbeit durchaus den einen oder anderen Jobvorschlag. In diesem Falle war das allerdings unwahrscheinlich, da der M.Sc. in einem Spezialgebiet der Chemie vorlag.

Doch auch bei gängigeren Abschlüssen ist es aussichtsreicher, selbst aktiv zu werden und sich auf Stellensuche zu begeben. Hierfür bieten sich in erster Linie Stellenbörsen an, allen voran StepStone, die seit Jahren als beste Jobbörse ausgezeichnet ist (siehe auch die Tabelle oben zu Deutschlands besten Jobportalen).

Stellenrecherche mit Keywords und Suchbegriffen

Bei der Stellensuche lohnt es sich, eine Suchroutine zu entwickeln: also etwa einmal die Woche in zwei bis drei Jobbörsen und einer Jobsuchmaschine zu recherchieren. Durch die Routine erhält man schnell einen Überblick über neue Jobangebote. Hilfreich ist dabei das Festlegen von Suchbegriffen. Meine Kundin wollte entweder in ihrem Spezialgebiet (dann ruhig europaweit) oder in einer bestimmten Region (dort wohnt eine Freundin) tätig werden. Also empfahl ich ihr, bei der wöchentlichen Recherche zunächst drei Keywords aus ihrem Spezialgebiet einzustellen. Beim nächsten Durchgang sollte sie dann ihren Titel und zwei verwandte Abschlüsse in Kombination mit der gewünschten Stadt plus 50 km angeben. Im Ergebnis erhielt sie nun schon jede Woche etwa fünf Stellenangebote.

Zusätzlich riet ich ihr, ihre Suchroutine zu erweitern. Fortan beobachtete sie auch die Jobseiten von Unternehmen, Organisationen und Forschungsinstituten, die entweder in ihrem Spezialgebiet tätig sind und/oder ihren Sitz in der gewünschten Region haben. Neben der Internetrecherche können hierzu Hochschulen und Kammern Hinweise auf potenzielle Arbeitgeber geben. Dadurch kamen bei meiner Kundin pro Woche noch zwei Stellenangebote hinzu.

Passive Stellenrecherche

Ebenfalls sehr erfolgreich ist die passive Stellenrecherche. Gerade Absolventen, Spezialisten und Führungskräfte sowie Arbeitnehmer in Mangelberufen haben es auf dem derzeitigen Bewerbermarkt leicht, von ihrem nächsten Arbeitgeber gefunden zu werden. Dazu erstellen Sie sich ein Profil in einem sozialen Netzwerk, etwa LinkedIn oder XING. Dieses wird dann mit den wesentlichen Suchbegriffen angereichert und Sie stellen Ihren Status auf „jobsuchend“ bzw. geben dies an anderer Stelle prominent an (siehe dazu auch den Beitrag „Wie wird ein XING-Profil gefüllt?“).

Auf Jobportalen großer Unternehmen und vielen Internetstellenbörsen kann man sich ebenfalls einen Account anlegen und sich von suchenden Unternehmen kontaktieren lassen. Zudem schicken sowohl LinkedIn und XING, JobStairs, StepStone und Co. sowie die großen Unternehmen – mehr oder weniger passende – Jobangebote per E-Mail, Facebook oder Twitter. So erhielt ein anderer Kunde jüngst von der Deutschen Lufthansa AG eine Einladung, sich auf das duale Studium Luftverkehrsmanagement zu bewerben.

Online-Stellenbörsen in Tageszeitungen

Weniger Suchergebnisse bringt die Recherche in den Stellenmärkten der Tageszeitungen. Trotzdem ist deren Online-Stellenmarkt für bestimmte Branchen relevant: beispielsweise die FAZ für kaufmännische Fach- und Führungspositionen oder Die Zeit für den Arbeitsmarkt in Wissenschaft und Forschung sowie den öffentlichen Dienst. Auch bei einer regionalen Recherche kann die Berücksichtigung des Online-Angebots der dort ansässigen Tageszeitung sinnvoll sein: wie die „Jobwelt“ der Neuen Osnabrücker Zeitung für Stadt und Landkreis Osnabrück sowie das Emsland.

Meine Kundin jedenfalls suchte sich aus den durchschnittlich sieben relevanten Suchergebnissen zwei pro Woche aus, die tatsächlich gut zu ihrer Qualifikation passten und sie besonders interessierten. So bewarb sie sich innerhalb von sechs Wochen auf zwölf Stellenangebote. Sie wurde in diesem Zeitraum viermal eingeladen und hat nun eine Ph.D.-Stelle in Stockholm angenommen. Nach der Stellenzusage trudelten zwei weitere Einladungen zu Interviews ein, die sie jedoch nicht mehr wahrnahm. Sie war schon auf dem Weg nach Schweden!

Möchten Sie auch eine Recherchestrategie für Ihren nächsten Karriereschritt besprechen? Ich freue mich auf Ihren Anruf unter 0541 20239013 oder Ihre E-Mail an oerke@contexta.de.

Zur Tabelle Deutschlands beste Jobportale 2017: Die Auszeichnung wird vom ICR Institute for Competitive Recruiting auf der Personalmesse „Zukunft Personal“ verliehen. Die Tabelle listet nur Jobportale, die mit „sehr gut“ oder „gut“ bewertet wurden. Die ausführlichen Berichte finden Sie hier.

 

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