Einarbeitung in der Probezeit

Einarbeitung und Probezeit

Der Arbeitsvertrag ist unterschrieben und vergessen sind alle guten Vorsätze: Eigentlich hätten die angestaubten Englischkenntnisse aufgefrischt werden sollen und auch die EDV-/IT-Kompetenz ist nicht ganz so gut, wie vorab dargestellt. Aber in der Einarbeitung ist ja noch Zeit, sich mit den Anforderungen der neuen Stelle auseinanderzusetzen. Jetzt kann man sich erst einmal von den Strapazen der Jobsuche erholen, oder etwa nicht?

Manchen gelingt es tatsächlich, sich im Job schnell alle erforderlichen Kenntnisse anzueignen. Der Erfolg der Einarbeitung – und damit die Aussicht, in der Probezeit zu bestehen, – ist allerdings viel höher, wenn Sie die erwarteten Kenntnisse und Fähigkeiten tatsächlich von vornherein mitbringen.

Denn die echten Schwierigkeiten liegen ab einer bestimmten Qualifikationsstufe nicht so sehr auf der fachlichen, sondern auf der zwischenmenschlichen und der persönlichen Ebene. Dafür werden Sie einen Großteil Ihrer Energie benötigen.

Wenn es Ihnen so vorkommt, als wenn Sie auf einem anderen Planeten gelandet sind, Ihnen die Gebräuche fremd sind und ihre neuen Kollegen (und Mitarbeiter) alle Marsianisch sprechen, dann waren Sie möglicherweise vorher lange in einem Unternehmen oder einer Funktion tätig. Sie müssen sich nun mit neuen Abläufen und Prozessen, Strukturen und Kommunikationsformen vertraut machen. Dabei hilft es, sich als Erdenbürger mit Kritik und Ideen zurückzuhalten und erst einmal zu versuchen, die Marsianer zu verstehen. Schließlich ist es ja deren Planet.

Hierbei kommen Ihnen Ihre überfachlichen Qualifikationen (die sogenannten Schlüsselqualifikationen) zugute, allen voran soziale Kompetenz und Selbstkompetenz. Die während der Einarbeitung wichtigsten sind Kommunikationsfähigkeit, Kooperationsfähigkeit und Team- bzw. Führungsfähigkeit (auf der zwischenmenschlichen Ebene) sowie Flexibilität, Selbstständigkeit, Organisationsfähigkeit, Ausdauer und Leistungsbereitschaft (auf der persönlichen Ebene).

Die Einarbeitung in Fach- und Expertenfunktionen dauert in komplexen Arbeitsumgebungen sechs bis zwölf Monate, manchmal länger. Daher setzt das Unternehmen das Vorliegen der für die Position mindestens notwendigen Fachkenntnisse und der wichtigsten Tools/Kulturtechniken voraus. Zu letzteren gehören heute vielerorts das Lesen und Schreiben in englischer Sprache und der selbstverständliche Umgang mit EDV/IT und Social Media. Diese Kenntnisse können Sie sich, wie gesagt, vorab aneignen.

Bei der Einstimmung und dem Nachjustieren Ihrer Schlüsselqualifikationen auf die neuen Gegebenheiten kann eine Unterstützung durch Beratung und Coaching sinnvoll sein. So können Sie sich fremdes Terrain erschließen und in Ihrer neuen Funktion ankommen. Denn erst nach Bestehen der Probezeit kann von einem erfolgreichen Bewerbungsprozess gesprochen werden. Daher sollten Einarbeitung und Integration ins Unternehmen ebenso engagiert angegangen werden, wie die vorangegangenen Bewerbungsphasen.

[06.02.2016]

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