Karriereziel erkennen

Karriereziel

Zu Beginn einer Bewerbungsstrategie steht die Auseinandersetzung mit den beruflichen Vorstellungen und Wünschen und der eigenen Kompetenz und Persönlichkeit. Sicherlich muss nicht bis ins Detail feststehen, wo genau Sie in fünf oder zehn Jahren stehen wollen und über welche einzelnen Schritte Sie dieses Ziel erreichen können. Nützlich wäre eine konkrete Vorstellung von Ihrem aktuellen Karriereziel allerdings schon. Möchten Sie eher ausdauernd eine Aufgabe verfolgen und in einem überschaubaren Umfeld arbeiten oder lieben Sie eine lebhafte Umgebung und täglich neue Anforderungen? Ist die Führung von Mitarbeitern interessant oder schätzen Sie es, sich auf Inhalte konzentrieren zu können? Die Visualisierung der angestrebten Situation setzt Energie und Kreativität frei, die Ihnen Anschub geben, Ihr Karriereziel zu verwirklichen.

Wenn das Ziel feststeht, sollte es als Idealvorstellung verstanden werden, der man sich bestmöglich annähert. Denn was nützt es, Pilot werden zu wollen, wenn eine starke Fehlsichtigkeit diese Berufswahl unmöglich macht. Auch Konjunktur und Stellenmarkt können das Karriereziel torpedieren. Aber vielleicht ist eine Ausbildung zum Fluggerätemechaniker ebenso spannend oder Sie verwirklichen in Fort- und Weiterbildung Ihre Interessen, um dann bei einer Verbesserung der Marktbedingungen ausgezeichnet qualifiziert zu sein. Zentrale Funktionen (Buchhaltung, Personal) oder überfachliche Qualifikationen (Beratung, Vertrieb) ermöglichen einen Wechsel in (angrenzende) andere Branchen.

Neben einer ehrlichen Selbstreflexion ist es hilfreich, Freunde, Familienmitglieder und Kollegen nach deren Einschätzung guter Berufs- bzw. Karriereziele zu bitten, die zu Ihrer Kompetenz und Persönlichkeit passen. Auch Potenzialanalysen, Orientierungs- und Persönlichkeitstests können Hinweise auf eine geeignete berufliche Ausrichtung geben. Ich berate meine Kunden vor dem Hintergrund meiner Kenntnisse der Berufsfelder, der Karrierewege und des Marktes anhand einer Analyse des Lebenslaufs und der Erfassung der Kompetenz. Dabei schlage ich gelegentlich auch die Durchführung eines Tests vor, um ein besseres Bild von den Möglichkeiten zu erhalten oder die Bandbreite der Optionen zu erweitern. Gemeinsam werden die Testergebnisse ausgewertet.

Aus meiner Erfahrung weiß ich, wie lange Menschen Aufgaben übernehmen können, die sie eigentlich nicht mögen. Gleichzeitig erlebe ich es aber immer wieder, dass starke Persönlichkeitsmerkmale die Art und Weise bestimmen, wie Stellen und Funktionen ausgefüllt werden. Letztlich setzen sich häufig die eigenen Stärken durch und verändern die Richtung des Berufswegs. Um allzu große Umwege zu vermeiden, ist ein (gelegentlicher) Abgleich zwischen Zielvorstellung, Kompetenz und Potenzial angebracht. Dabei kann eine Karriereberatung oder ein Coaching helfen.

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© Petra Oerke. Artikel erschienen im Dezember 2015.

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