Kommunikation in der Hierarchie

Durchsetzen in der Hierarchie

Werden Ihre Beiträge in Meetings und Besprechungen nicht gehört oder werden sie später von einem Kollegen aufgegriffen, der damit Erfolg einheimst? Dann versuchen Sie einmal Folgendes:

Richten Sie Ihre Redebeiträge an die Person im Raum, die in der Rangordnung am höchsten steht. Das ist normalerweise, muss aber nicht immer die Chefin sein. Einen informellen Führer erkennen Sie daran, dass er die meisten Blicke auf sich zieht und alle zuhören, wenn er etwas sagt. Haben Sie erst einmal die Aufmerksamkeit der Person, die in der Hierarchie oben steht, dann hören auch Ihnen alle anderen zu. Vorher lohnt sich das Sprechen einfach nicht, insbesondere dann nicht, wenn Sie etwas Wichtiges zu sagen haben. Probieren Sie es aus, es klappt immer!

Als Übungsfeld eignen sich private Gruppen, in denen Sie daran feilen können, wie Sie am besten – durch Blickkontakt, Körpersprache, Stimmlage etc. – die Aufmerksamkeit einer Führungsperson erlangen. Sie werden feststellen, dass es überall (inoffizielle) Führer und Chefinnen gibt.

Vor einiger Zeit habe ich diese und weitere Anregungen in dem unterhaltsamen Buch Spiele mit der Macht. Wie Frauen sich durchsetzen von Marion Knaths gelesen. Die Autorin, Unternehmensberaterin mit Schwerpunkt Coaching für weibliche Führungskräfte, gibt ihren Leserinnen Tipps, wie sie sich in einer hierarchisch organisierten Umgebung durchsetzen. Daraus habe ich die aus meiner Sicht wichtigste Verhaltensregel herausgegriffen: „Immer an die Eins“.

Die Anerkennung der Rangordnung kann ich allerdings allen empfehlen, die mit ihren Ideen und Anliegen wahrgenommen werden wollen. Sie ist aus meiner Sicht gleichermaßen wichtig für weibliche wie männliche Fach- und Führungskräfte, die sich behaupten wollen. Und diese Regel gilt nicht nur in Unternehmen, sondern nahezu in allen Situationen, in denen Menschen sich zu sozialen Gruppen zusammenschließen.

Knaths geht davon aus, dass Männer sich automatisch und überall hierarchisch organisieren und damit intuitiv die wichtigste Person ansprechen. Das ist vermutlich richtig, doch habe ich in meiner Beratung ebenfalls viele Männer erlebt, die es schwierig finden oder ablehnen, sich einer Hierarchie zu unterwerfen. Ich sehe es jedoch als sehr hilfreich an, sich über die Mechanismen von Gruppenprozessen im Klaren zu sein. Denn das bedeutet ja: Einerseits kann ich das Wissen nutzen, um mich besser durchzusetzen, aber andererseits wird mir auch schneller bewusst, wenn jemand von der Gruppe ausgegrenzt wird. Es ist dann meine Entscheidung, nachzutreten oder mich eher in Wertschätzung zu üben. Wie das geht, gehört werden, ohne andere zu dominieren, dazu folgt ein anderer Beitrag.

Doch noch einmal zurück zu Redebeiträgen in Meetings: Wollen Sie nur eine Idee durchbringen, aber Ihre eigenen Ressourcen schonen, dann setzen Sie diese doch einfach einem machthungrigen Sitznachbarn als Floh ins Ohr: Er wird sie zuverlässig als seine eigene ausgeben und für Sie durchsetzen!

Wie Sie ansonsten besser überzeugen können, dazu kann ich Sie im Rahmen eines Coachings oder bei der Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch beraten.

[14.05.2016]

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