Zitierstile (4): Der Chicago-Stil

Wenn Sie in Ihrer Bachelor- oder Masterarbeit im Chicago-Stil zitieren möchten, haben Sie die Wahl: Sie können Quellenbelege entweder in Fußnoten oder direkt im Text wiedergeben. Das macht diesen Zitierstil sehr vielseitig: Er ist für fast alle Studienfächer geeignet und gehört heute zu den gängigsten Zitierstilen.

Das Wichtigste in Kürze

Den Chicago-Zitierstil gibt es in zwei Varianten:

(1) In der Variante Notes and Bibliography stehen die Quellenbelege in den Fußnoten: bei Erstnennung der Quelle als Vollbeleg, zum Beispiel so: Dennis Dreyer, Pudel in Kitas – Möglichkeiten und Grenzen der tiergestützten Pädagogik (München: dtv, 2015): 20, bei Folgenennungen mit einem Kurzbeleg, zum Beispiel so: Dreyer, Pudel in Kitas, 21–22.

(2) In der Variante Author Date stehen die Quellenbelege in Klammern direkt im Text, zum Beispiel so: Dreyer 2015, 21–22.

Entstehung

Details zum Chicago-Zitierstil werden im Chicago Manual of Style (CMOS) festgehalten. Das Werk wurde erstmals 1906 an der University of Chicago herausgegeben und liegt aktuell in der 17. Auflage (2017) vor.

Im Laufe seiner über hundertjährigen Geschichte ist das Manual heute auf einen Umfang von mehr als 1100 Seiten angewachsen. Es umfasst eine Fülle an Informationen zum Verfassen und Publizieren von Texten – von der Grammatik über Stilregeln bis hin zur Druckvorbereitung. Die Herausgeber verstehen es als unerlässliches Grundlagenwerk für alle, die mit Wörtern umgehen. Entsprechend vollmundig (und sicherlich auch bewusst werbewirksam) preisen sie es auf der Rückseite des Einbandes an: „With the wisdom of more than 110 years of editorial practice […], The Chicago Manual of Style has all the answers you need. If you work with words – no matter what the delivery medium – this is the one reference you simply must have.“

Mit diesem geballten Wissen zum Publizieren von Texten richtet sich das Manual nicht primär an Studierende, die etwas zum richtigen Zitieren erfahren wollen, sondern eher an Personen aus Lehre und Forschung. Die Ausführungen zum Zitieren konzentrieren sich auf zwei Kapitel. Alles, was Sie zum Zitieren wissen müssen, ist knapp und übersichtlich auch auf der Internetseite www.chicagomanualofstyle.org und den Unterseiten wiedergegeben. Wenn es Ihnen also nur um Informationen zum Chicago-Zitierstil aus erster Hand geht, brauchen Sie sich das gedruckte Manual nicht zu kaufen.

Zwei Varianten des Chicago-Stils

In der deutschsprachigen Literatur wird der Chicago-Zitierstil manchmal als Fußnoten-Zitiertechnik bezeichnet. Das ist aber verkürzt. Denn Sie können nach dem Chicago-Zitierstil Quellenbelege nicht nur in den Fußnoten unterbringen, sondern genauso gut direkt im Text:

(1) Die Zitiertechnik, bei der die Quellenbelege in Fußnoten stehen, wird im Manual als Notes and Bibliography Style bezeichnet (vgl. CMOS, Kapitel 14). Im Literaturverzeichnis (Bibliography) werden (fast) alle Quellen aufgeführt, aus denen zitiert wird (zu den Ausnahmen gehören E-Mails und Telefonate; diese müssen dort nicht aufgeführt werden). Diese Zitiertechnik wird laut Chicago Manual vor allem in den Geisteswissenschaften verwendet (zum Beispiel in den Literatur‑, Geschichts- und Kunstwissenschaften) und auch als Humanities-Style bezeichnet.

Das Prinzip: Wenn Sie das erste Mal aus einer Quelle zitieren, werden in der Fußnote die vollen Angaben aufgeführt, zum Beispiel: Marlies Müller, Der Einsatz von Hunden in Kindergärten unter besonderer Berücksichtigung des Pudels (Köln: Mayn Verlag, 1950): 10. Bei den Folgenennungen reichen Autor und Kurztitel, zum Beispiel: Müller, Einsatz, 10.

(2) Bei der Zitiertechnik Author Date (vgl. CMOS, Kapitel 15) steht nach einem Zitat der Quellenbeleg in Klammern direkt dahinter. Dabei handelt es sich um einen Kurzbeleg, bestehend aus dem Autorennamen und dem Publikationsdatum, zum Beispiel: (Müller 1950). Dieser Kurztitel verweist auf den entsprechenden Eintrag im Literaturverzeichnis (reference list). Diese Zitiertechnik wird laut Chicago Manual vor allem in den Natur- und Sozialwissenschaften angewandt.

Die Bezeichnungen für die beiden Zitiertechniken, die der Chicago-Zitierstil anbietet – nämlich (1) Notes and Bibliography Style und (2) Author Date –, halte ich für nicht ganz trennscharf: Auf den ersten Blick sieht es so aus, als ob es ein Literaturverzeichnis (Bibliography) nur bei der erstgenannten Variante gibt (weil es dort in der Bezeichnung auftaucht). Aber auch Arbeiten, in denen nach dem Author-Date-System zitiert wird, enthalten ein Literaturverzeichnis. Und umgekehrt sagt die Bezeichnung „Author Date“ nur etwas darüber aus, in welchem Format ein solcher Quellenbeleg steht (nämlich mit Autor und Jahr), nicht aber darüber, ob er im Fließtext stehen soll (wie in diesem Fall vorgesehen) oder in einer Fußnote (so wie es nur die Zitierweise Notes and Bibliography vorsieht). Trotz dieser begrifflichen Unschärfe werde ich diese im Chicago Manual verwendeten Begriffe im Folgenden beibehalten bzw. die im Deutschen gängigen Bezeichnungen Fußnotensystem und Autor-Jahr-System verwenden.

Der Turabian-Zitierstil

Das Chicago Manual ist für Studierende zu umfangreich und zu teuer – das stellte schon Kate Turabian (1893–1987) fest, eine Pädagogin, die als Sekretärin an der Chicago University arbeitete und viel mit Studierenden zu tun hatte, die dort ihre Dissertation verfassten. Daher erarbeitete sie eine kürzere Version des Manuals. Ihre Ausführungen erschienen 1937 erstmals in schriftlicher Form und wurden 1955 in Buchform herausgegeben. 2018 erschien die 9. Auflage unter dem Titel A Manual for Writers of Term Papers, Theses, and Dissertations: Chicago Style for Students and Researchers. Online finden Sie hier weitere Informationen dazu.

An deutschen Universitäten ist der Turabian-Stil wenig bekannt; hier wird generell eher der Chicago-Stil empfohlen. Deshalb gehe ich auf den Turabian-Stil im Folgenden nicht weiter ein.

Quellen

Originale Quelle

The Chicago Manual of Style. 2017. 17. Auflage, Chicago: The University of Chicago Press. [Gedrucktes Buch, 1144 Seiten]
The Chicago Manual of Style Online. Online unter https://www.chicagomanualofstyle.org/home.html (Abruf am 21.04.2020) [Online-Kurzanleitung]

Deutsche Adaptionen (Auswahl)

(1) Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Seminar für Allgemeine Religionswissenschaft: Zitiervorgaben. Online unter https://stud.phzh.ch/globalassets/stud.phzh.ch/dienstleistungen/schreibzentrum/chicago-style_infoblatt.pdf (Abruf am 21.04.2020).

(2) Pädagogische Hochschule Zürich: Wissenschaftlich zitieren: Literatur und Quellen dokumentieren nach dem Chicago Manual of Style. Online unter https://stud.phzh.ch/globalassets/stud.phzh.ch/dienstleistungen/schreibzentrum/chicago-style_infoblatt.pdf (Abruf am 21.04.2020).

(3) Heidelberg University Publishing: Style Guide für Autoren deutschsprachiger Texte. Online unter https://heiup.uni-heidelberg.de/static/medien/heiUP_Style-Guide_dt_2016_03.pdf (Abruf am 21.04.2020).

Nach welcher Quelle sollten Sie sich richten?

Wenn Sie sich nach der originalen Quelle richten möchten, aber nicht das Mammutwerk in der Druckausgabe anschaffen wollen, können Sie meines Erachtens bedenkenlos die Kurzanleitung verwenden, die online verfügbar ist. Sie vermittelt alle wesentlichen Zitierregeln.

Oder Sie richten sich nach einer deutschsprachigen Anleitung zum Chicago-Zitierstil. Diese weichen jedoch oft mal mehr, mal weniger vom Original ab. Ein Beispiel: Wie erwähnt wird nach dem originalen Chicago Manual in den Fußnoten ab der zweiten Nennung einer Quelle ein Kurzbeleg verwendet, der aus Autor und Kurztitel (zum Beispiel: Müller, Einsatz) besteht. Einige deutschsprachige Adaptionen sehen hierfür jedoch Autor und Jahr (zum Beispiel: Müller 1950) vor. Das entspricht nicht dem originalen Chicago-Stil.

Meines Erachtens ist das aber unproblematisch, sofern Sie eine seriöse Zitierrichtlinie zum Chicago-Stil aus dem Hochschulumfeld verwenden und sich konsequent danach richten. Ich halte es für wichtiger, mit einer wissenschaftlichen Arbeit zu zeigen, dass die wichtigsten Regeln des korrekten Zitierens und Belegens beherrscht werden und eine einmal gewählte Zitierrichtlinie umgesetzt werden kann, als sich sklavisch an bestimmte Vorgaben zu halten. Denn auch diese sind immer in einem bestimmten Kontext und zu einer bestimmten Zeit entstanden und daher nicht in Stein gemeißelt. Fragen Sie im Zweifelsfall aber Ihren Betreuer oder Ihre Prüferin.

Bei den folgenden Ausführungen beziehe ich mich auf das Original, also das Chicago Manual of Style bzw. die Kurzanleitung (Quick Guide). Dabei übertrage ich folgende angelsächsische Konventionen des Zitierens und Belegens ins Deutsche:

  • Datumsangaben nicht so: Mai 1, 2019, sondern so: Mai 2019.
  • Nicht , sondern hrsg.; nicht accessed, sondern abgerufen am.
  • Vor „und“ oder „&“ steht im Deutschen kein Komma.
  • Im Deutschen stehen die Anführungszeichen vor dem Satzzeichen: „Pudel“, nicht: „Pudel,.

1. Beispiele für das Zitieren nach dem Fußnotensystem (Notes and Bibliography)

a) Monografie

Vollbeleg bei Erstnennung in einer Fußnote:

Dennis Dreyer, Pudel in Kitas – Möglichkeiten und Grenzen der tiergestützten Pädagogik (München: dtv, 2015), 20.

Kurzbeleg bei Folgenennung in einer Fußnote:

Dreyer, Pudel in Kitas, 22.

Schreibweise im Literaturverzeichnis:

Dreyer, Dennis. Pudel in Kitas – Möglichkeiten und Grenzen der tiergestützten Pädagogik. München: dtv, 2015.

Der Titel der Monografie wird kursiv gesetzt. Wird zum ersten Mal aus einer Quelle zitiert, wird im Quellenbeleg in der Fußnote auch der Vorname genannt; dieser steht dann vor dem Nachnamen (Dennis Dreyer). Im Literaturverzeichnis hingegen steht – wie üblich – der Vorname nach dem Nachnamen (Dreyer, Dennis), weil hier die Einträge alphabetisch nach dem Nachnamen sortiert werden müssen.

Wie das Beispiel zeigt, unterscheidet sich die Interpunktion beim Vollbeleg einer Quelle und der Angabe dieser Quelle im Literaturverzeichnis: So werden in den Fußnoten als Trennzeichen Kommas und Klammern verwendet, im Literaturverzeichnis meist Punkte (zum Beispiel nach dem Nachnamen und dem Titel des Artikels). Dies wird übrigens in der klassischen deutschen Zitierweise ähnlich gehandhabt.

b) Artikel mit zwei Autorinnen in einem Sammelband

Vollbeleg bei Erstnennung in einer Fußnote:

Olga Olbrecht und Pia Preil, „Therapiehunde gestern und heute“, in Tiergestützte Pädagogik im Spiegel der Zeit, hrsg. Rita Rosner (Berlin: Ontario Verlag, 2018), 26.

Kurzbeleg bei Folgenennung in einer Fußnote:

Olbrecht und Preil, „Therapiehunde“, 27.

Schreibweise im Literaturverzeichnis:

Olbrecht, Olga und Pia Preil. „Therapiehunde gestern und heute.“ In Tiergestützte Pädagogik im Spiegel der Zeit, herausgegeben von Rita Rosner, 20–30. Berlin: Ontario Verlag, 2018.

Wie bei den Monografien gilt auch hier: In den Fußnoten wird bei der Erstnennung einer Quelle zuerst der Vorname genannt, dann der Nachname. Im Literaturverzeichnis wird hingegen beim ersten Verfassernamen der Nachname zuerst genannt, um so die alphabetische Sortierung der Quellen nach dem Verfassernamen zu ermöglichen.

Der Titel des Artikels wird in doppelte Anführungszeichen gesetzt und der Titel des Sammelbandes wird kursiv geschrieben.

In den Fußnoten werden die Begriffe tendenziell abgekürzt (hier hrsg. bzw. ed. im Original), im Literaturverzeichnis jedoch ausgeschrieben (hier herausgegeben bzw. edited). Auch die Seitenzahlen wechseln ihre Position. Außerdem stehen Ort, Verlag und Jahr im Vollbeleg in der Fußnote in Klammern, im Literaturverzeichnis nicht.

b) Zeitschriftenartikel mit drei Autoren

Vollbeleg bei Erstnennung in einer Fußnote:

Samuel Schulze, Theo Troll und Uwe Urban, „Tiergestützte Therapie bei Kindern mit ADHS“, Tierpädagogik heute, 2 (2018): 12–15, https://doi.org/12.345/6789.

Kurzbeleg bei Folgenennung in einer Fußnote:

Schulze, Troll und Urban, „Tiergestützte Therapie“, 16.

Schreibweise im Literaturverzeichnis:

Schulze, Samuel, Theo Troll und Uwe Urban. „Tiergestützte Therapie bei Kindern mit ADHS.“ Tierpädagogik heute, 2 (2018): 10–20. https://doi.org/12.345/6789.

Anders als bei Artikeln aus Sammelbänden steht hier nun kein „in“ bzw. „In“ vor dem Titel der Zeitschrift. Außerdem steht bei der Erstnennung einer Quelle in der Fußnote vor den Seitenzahlen ein Doppelpunkt, bei der Folgenennung ein Komma.

Wenn ein Zeitschriftenartikel einen DOI (Digital Object Identifier) hat, sollte dieser angegeben werden. Dies ist eine permanente Internetadresse, die mit https://doi.org/ beginnt.

Bei vier oder mehr Autoren oder Autorinnen einer Quelle wird in der Fußnote nur der erste Name und dann et al. notiert. Im Literaturverzeichnis werden alle Namen angegeben.

d) Internetquelle ohne Jahr

Vollbeleg bei Erstnennung in einer Fußnote:

Alban Altenberg, „Therapiearbeit einmal anders“, Alternative Pädagogik, hrsg. vom Fachverband Tiertherapie (ohne Jahr), abgerufen am 2. November 2019, www.ftt.de/altenberg/.

Kurzbeleg bei Folgenennung in einer Fußnote:

Altenberg, „Therapiearbeit“.

Schreibweise im Literaturverzeichnis:

Altenberg, Alban. „Therapiearbeit einmal anders.“ Alternative Pädagogik. Hrsg. vom Fachverband Tiertherapie (ohne Jahr). Abgerufen am 2. November 2019. www.ftt.de/altenberg/.

Resümee

Wie oben schon verdeutlicht wurde, kommt es bei der Umsetzung dieses Zitierstils auf Kleinigkeiten an: So enthält zum Beispiel der Vollbeleg einer Quelle in der Fußnote die gleichen Angaben wie der Eintrag dieser Quelle im Literaturverzeichnis – in den Fußnoten werden jedoch überwiegend Kommas verwendet, im Literaturverzeichnis Punkte.

Auch die Publikationsformen werden unterschiedlich aufgeführt. In den Fußnoten steht bei Zeitschriftenartikeln bei Erstnennung (Vollbeleg) vor der Seitenzahl ein Doppelpunkt, bei Büchern ein Komma. Dies kann nur mit einem genauen Blick in die Vorgaben umgesetzt werden.

Beispiel für die Anwendung des Chicago-Stils nach dem Fußnotensystem (Notes and Bibliography) im Text und im Literaturverzeichnis

2. Zitieren nach dem Autor-Jahr-System (Author Date)

a) Monografie

Kurzbeleg im Text:

(Dreyer 2015, 20)

Schreibweise im Literaturverzeichnis:

Dreyer, Dennis. 2015. Pudel in Kitas – Möglichkeiten und Grenzen der tiergestützten Pädagogik. München: dtv.

Im Kurzbeleg wird nach dem Autor das Erscheinungsjahr genannt. Um die Quellen im Literaturverzeichnis schneller auffinden zu können, steht daher das Erscheinungsjahr im Literaturverzeichnis direkt nach dem Verfassernamen, nicht – wie beim Fußnotensystem – nach dem Verlag.

b) Artikel mit zwei Autorinnen in einem Sammelband

Kurzbeleg im Text:

(Olbrecht und Preil 2018, 26)

Schreibweise im Literaturverzeichnis:

Olbrecht, Olga und Pia Preil. 2018. „Therapiehunde gestern und heute.“ In Tiergestützte Pädagogik im Spiegel der Zeit, herausgegeben von Rita Rosner, 20–30. Berlin: Ontario Verlag.

c) Zeitschriftenartikel mit drei Autoren

Kurzbeleg im Text:

(Schulze, Troll und Urban 2018, 12–15)

Schreibweise im Literaturverzeichnis:

Schulze, Samuel, Theo Troll und Uwe Urban. 2018. „Tiergestützte Therapie bei Kindern mit ADHS.“ Tierpädagogik heute, 2: 10–20. https://doi.org/12.345/6789.

Bei einer Quelle mit mehr als drei Autoren steht im Text nur der erste Name mit dem Zusatz et al. Im Literaturverzeichnis werden alle Namen aufgelistet.

d) Internetquelle ohne Jahr

Kurzbeleg im Text:

(Altenberg o. J.)

Schreibweise im Literaturverzeichnis:

Altenberg, Alban. „Therapiearbeit einmal anders.“ Alternative Pädagogik. Hrsg. vom Fachverband Tiertherapie. Abgerufen am 2. November 2019. www.ftt.de/altenberg/.

Wenn die Quelle als solche kein Datum hat, wird dies im Text so angegeben: (o. J., ohne Jahr). Im Literaturverzeichnis wird stattdessen das Abrufdatum notiert.

Zusammenfassung

Die Schreibweise von Artikeln aus Zeitschriften unterscheidet sich auch im Autor-Jahr-System in einigen Punkten von der Schreibweise von Artikeln aus Sammelbänden: Bei Letzteren steht „In“ (ohne Doppelpunkt) vor dem Titel des Sammelbandes; außerdem stehen die Seitenzahlen des Artikels vor dem Ort, bei Zeitschriftartikeln hingegen am Ende der Quellangabe.

Es gibt verschiedene deutsche Adaptionen des Chicago-Zitierstils, die sich in Nuancen unterscheiden. Laut einigen Richtlinien wird der Kurzbeleg im Text zum Beispiel nicht so geschrieben: Dreyer 2015, 20, sondern so: Dreyer, 2015, S. 20.

Beispiel für die Anwendung des Chicago-Stils nach dem Autor-Jahr-System (Author Date) im Text und im Literaturverzeichnis

 

Resümee: Was spricht für den Chicago-Stil, was dagegen?

Für den Chicago-Stil spricht: Er ist weit verbreitet und damit in der Wissenschaft allgemein anerkannt. Außerdem ist er vielseitig anwendbar: Er ermöglicht das Zitieren mit Fußnoten (Notes and Bibliography Style), aber auch mit Kurzverweisen direkt im Text (Author Date). Damit ist er für Texte aus den Geistes- und aus den Naturwissenschaften gut geeignet.

Wenn Sie sich nach dem US-amerikanischen Original richten möchten, reicht es, die online zugängliche Kurzversion zu verwenden. Oder Sie richten sich nach einer deutschen Adaption. Diese können in verschiedener Hinsicht vom US-amerikanischen Original abweichen. Das ist meines Erachtens kein Problem, sofern es sich um eine seriöse Richtlinie (zum Beispiel einer Universität) handelt und Sie sich konsequent danach richten.

Die Umsetzung der Zitierrichtlinien ist meines Erachtens nicht ganz einfach, weil einige Details spontan wenig nachvollziehbar sind, zum Beispiel was die Verwendung von Trennzeichen (Kommas oder Punkte) anbelangt. Hier ist ein genauer und wohl mehrmaliger Blick auf die Vorgaben erforderlich.

Wenn Sie den Chicago-Zitierstil verwenden, sind Sie auf der sicheren Seite, denn Sie verwenden eine der bekanntesten Zitierrichtlinien, die es gibt.

Haben Sie für Ihre Bachelor- oder Masterarbeit den Chicago-Stil verwendet? Wir prüfen im Rahmen eines Lektorats gern, ob dieser konsequent angewandt wurde und alle Details stimmen.

© Dr. Anette Nagel. Artikel erschienen im April 2020.

Zitierstile (4): Der Chicago-Stil