Bewerbungsbild

Bewerbungsfoto, Bewerbungsbild

Heute ein kurzer Blog-Eintrag, aber nach der Häufigkeit der Frage in der Beratung offensichtlich zu einen Thema, das nach wie vor interessiert: Ist mein Bewerbungsfoto gut?

Ein gutes Bewerbungsfoto passt zur Position, zur Branche und zu Ihnen als Bewerber/-in. Es wird anhand dieser Aspekte angefertigt oder ausgewählt. Das hört sich leicht an, führt aber in der Umsetzung wohl doch zu Verunsicherung. Daher folgt eine Checkliste, die Sie nicht nur für das Foto, sondern auch für das Vorstellungsgespräch nutzen können.

Das Wichtigste vorab: Die meiste Aufmerksamkeit der Betrachter – aus Fachabteilung, Personalwesen und Geschäftsführung – wird und sollte auf dem Bewerbungsfoto Ihr Gesichtsausdruck auf sich ziehen. Alles andere ist, trotzdem es in vielen Ratgebern anders zu lesen ist, unterstützendes Beiwerk. Das heißt konkret, auch wenn noch eine kleine Falte in der Jacke ist oder das Haar nicht ganz so perfekt liegt, wählen Sie das Foto, auf dem Sie „am besten gucken“.

Nun die Checkliste:

  • Nehmen Sie Blickkontakt mit dem potenziellen Betrachter auf. Ein offener, wacher Ausdruck und ein freundliches Lächeln wirken in jeder Position anziehend. Allerdings: Je höher Sie auf der Karriereleiter stehen, desto sparsamer können Sie das Lächeln dosieren.
  • Die Kleidung wird so gewählt, dass Sie zu Beruf und Branche passt (Banker oder Bäcker?). Im Zweifel schauen Sie auf der Homepage des Unternehmens oder bei XING nach, wie die Mitarbeiter präsentiert sind. Knallige Farben und große Muster sind ungeeignet, sie lenken die Aufmerksamkeit zu stark auf sich und von Ihrem Gesicht ab (siehe oben). Außerdem sollten Sie sich in der Kleidung mit sich, aber auch gegenüber den Gesprächspartnern im Vorstellungsgespräch wohlfühlen.
  • Bei Haar- und Barttracht ist es von Vorteil, wenn eine Frisur, ein Schnitt eindeutig zu erkennen ist. Die Haare sollten das Gesicht nicht verdecken, daher ggf. zusammennehmen oder auf einer Seite tragen. Dies gilt besonders für Frauen in Führungspositionen. Stirn zeigen wird mit Kompetenz und Durchsetzungsvermögen assoziiert.
  • Nochmal für Frauen: Auch der Schmuck passt zur Position. Schmuck soll wie Frisur und Kleidung nicht ablenken. Das Make-up ist eher unsichtbar.

Speziell zum Foto:

  • Wählen Sie ein aktuelles Bild, max. ein oder zwei Jahre alt, oder lassen Sie bei einem Profi eines anfertigen (dazu unten mehr). Frisur, Haarfarbe und Brille sollten später mit Ihrem Erscheinungsbild im Vorstellungsgespräch übereinstimmen: Sie wollen ja wiedererkannt werden.
  • Die Körperhaltung ist gerade zur Blickachse, also nicht nach vorn oder hinten gebeugt; der Kopf sollte nicht zur Seite geneigt sein, das wird als unterwürfig interpretiert.
  • Der Bildausschnitt zeigt Sie von Kopf bis zu den Schultern; ein leichter Anschnitt ist möglich und zurzeit en vogue, weil dies Dynamik und Spontanität ausdrückt – wie aus dem Leben gegriffen. Es sollte auf dem Foto das Wichtigste, also verhältnismäßig viel Kopf/Gesicht zu sehen sein.
  • Ob Sie ein Foto in Farbe oder schwarz/weiß bevorzugen, ist Geschmackssache. In Berufen, in denen Sie mit Menschen arbeiten – Kunden, Patienten, Klienten etc. –, ist meines Erachtens ein Farbfoto die bessere Wahl, weil es authentischer wirkt. Ein s/w-Foto wurde lange als interessanter und künstlerischer empfunden. Diese Wirkung hat sich jedoch abgenutzt. Heute wird eher angenommen, dass der Bewerber in Farbe weniger präsentabel ist.
  • Als Format kommen das für Bewerbungsfotos klassische Hochformat, aber auch ein Querformat oder ein quadratisches Format in Frage. Letztlich können alle drei Formate in die Bewerbungsunterlagen ansprechend eingebunden werden.
  • Die Größe des Fotos spielt so gut wie keine Rolle mehr, da die Unterlagen kaum noch schriftlich versendet werden. Falls das ausnahmsweise doch erwünscht ist, können Sie sich an folgenden Richtwerten orientieren: min. 6 x 4,5 cm, max. 12 x 9 cm. Diese gelten auch für das eingebundene Bild, wobei Sie da natürlich flexibler sind und die Größe exakt auf die Gestaltung der Unterlagen abstimmen können.

Zum Schluss noch zur Frage, ob ein Foto überhaupt nötig ist: Seit Verabschiedung des Antidiskriminierungsgesetzes (AGG) ist es nicht mehr Pflicht, einer Bewerbung ein Bild beizufügen und die Bedeutung des Bewerbungsfotos nimmt insgesamt ab. Dies auch aufgrund der Globalisierung der Arbeitswelt, denn im Ausland werden in der Regel keine Bewerbungsfotos verlangt. Aber warum sollten Sie auf etwas verzichten, was Ihnen nützen kann. Sie können bereits im Bild den Eindruck vermitteln, dass Sie gut zur Position und zum Betrieb passen. Dabei geht es, wie ich eingangs versucht habe auszudrücken, nicht darum, sich zu verstellen, sondern sich stimmig zu präsentieren.

Das funktioniert besonders gut bei einem auf diesem Gebiet erfahren Fotografen. Je nach Position und Branche wird er Sie außerdem zu Mimik und Körperhaltung, ggf. auch zu Outfit und Make-up beraten. Und bei einem guten Fotografen werden Sie sich entspannen und vielleicht sogar Freude am Shooting gewinnen.

Nun ist der Blog-Eintrag doch länger als gedacht geworden. Wenn Sie weitere Fragen haben: Die Beratung zum Foto ist regelmäßiger Bestandteil meiner Bewerbungsberatung. Sprechen Sie mich an, wenn Sie eine Einschätzung zu Ihrem Bild haben möchten oder ein Foto aus einer Reihe auswählen wollen.

 

[09.07.2016]

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